My Unimog

U421, UNIMOG

Wie ich zum UNIMOG kam

Schon als kleines Kind hat mich der UNIMOG meines Opas immer begeistert. Also, dass sie das jetzt nicht falsch verstehen, der UNIMOG an sich war mir noch kein Begriff aber dieses wunderschöne und große Fahrzeug mit seinen tollen “Geländereifen” und den schönen Kulleraugen hat mich einfach fasziniert. Hier wurde schon der Grundstein einer großen Liebe gelegt. Schon als kleiner Junge in der Grundschule malte ich wenn wir “Malen” hatten Unimogs in allen Variationen – Also es sollten zumindest Unimog’s sein. Der Lehrer war schon nach dem ersten: “Warum malst du denn immer einen Traktor” sofort in Ungnade gefallen was sich, auch wenn er eigentlich ein netter Kerl war, lange nicht mehr ändern ließ. Traktor! Frechheit, aber das sollte ich wohl noch so manches Mal hören. (Unimog-Freunde wissen wovon ich rede)

Wie ging es denn nun weiter….
Im Jahre 1993 hatte sich mein Opa aus alters und gesundheitlichen Gründen dazu entschlossen seinen “Fohlenhof” im Westerwald aufzugeben und sich ein Haus in der Nähe seines Sohnes zu kaufen. Das war MEINE CHANCE, der Unimog musste gerettet werden! Ich war bereit bis zum Äußersten zu gehen, egal welche Verluste, der UNIMOG muss mein sein.
Tatsächlich mein Opa willigte ein mir den Unimog zu schenken – Krass. Das war ein Lebensziel irgendwie, na ich weiß auch nicht auf jeden Fall war ich glücklicher denn je.
Am 04.01.1993 ging es los. Ein guter Freund meines Vaters (Markus N.) hatte einen Onkel mit Baumschule und der Onkel wiederum hatte eine 240 PS starken, riesigen und relativ neuen Unimog. Dieser Onkel lieh Andreas diesen Unimog mit einem Tiefladerhänger und Andreas erklärte sich bereit das Gespann mit meinem Vater und mir in den Westerwald zu lenken. Früh um 6:15 Uhr ging es los und dank des guten Verkehrs konnten wir schon gegen 10:20 Uhr das imposante Tor zum Fohlenhof durchqueren.
Der kleine UNIMOG (jetzt quasi meiner) konnte ohne Problem mit dem großen Unimog und einer Abschleppstange auf den Tieflader geschoben werden. Anschließend haben wir noch ein paar andere Sachen verladen. Sachen wie uralte Bauernmöbel und sonstiges Zeug von ideellem Wert. OK das ein oder andere Trumm war vielleicht auch wirklich was wert, aber das war mir egal und ich kannte und kenne mich mit antiken Sachen nicht so aus. Wie dem auch sei, so gegen 14:25 Uhr ging es voll beladen in Richtung Heimat die wir am Abend um 19:15 erreichten.
Da war er nun, mein UNIMOG. Was für eine Schönheit. Wirklich kein Rost, keine Beulen und nichts verbastelt. Perfekt.

Hier ist es vermutlich Zeit einmal die technischen Daten ein zu flechten (Zustand der Auffindung).

  • UNIMOG 421 U45 Cabrio (Landwirtschaftliche Ausführung)
  • Motor OM 615 II mit 45PS bei 3000 U/Min
  • Kilometerstand knapp über 6000 km
  • Farbe LKW-Grün oder auch Meer-Grün genannt
  • Vmax 54km/h eingetragen
  • Reifen Dunlop KmGrip in 10,5×18 (war noch die originale Bereifung)
  • Hoher Luftansaugstutzen mit Zyklonabscheider
  • Baujahr 1968
  • Alle sonst. Anbauteile vorhanden

In den nächsten Tagen nach der Ankunft ging es daran den Zustand genauer zu überprüfen und einige kleine Reparaturen zu machen. Als erstes musste eine Batterie gekauft werden, Frostschutz und so weiter.
Nach dem die Batterie eingebaut war musste natürlich ein Anlass-Versuch her. Der UNIMOG sprang sofort an als wenn man ihn gestern erst abgestellt hätte. Wahnsinn.
Natürlich ging nicht alles glatt. Is klar. Der Kühler war irgendwie undicht und auch sonst irgendwo unter dem Fahrzeug kam Wasser raus. Auch die Bremse funktionierte nicht, soll heißen der nötige Luftdruck (7,35 Bar) der Bremsanlage wurde nicht erreicht, ergo ein Leck irgendwo im Luftdruckkreislauf. Ein paar Minuten nach dem ersten Start ist außerdem noch der Keilriemen zur Lichtmaschine gerissen.
Nach dem alle zugänglichen Defekte und Mängel beseitigt wurden musste noch das Fahrerhaus gekippt werden um die Ursache für den Wasserverlust, der trotz überholtem Kühler, noch stark präsent war, zu finden. Wie gut das man das Häuschen kippen kann. Doch leider offenbarte uns dies nichts Gutes. Leider hatte der Motorblock einen Riss. Vermutlich ist er irgendwann in den letzten Jahren in einem strengen Westerwaldwinter aufgefroren. Shit.
Wir versuchten ein Motorblockdichtmittel und es funktionierte, so das auch dieses Problem relativ gut gelöst werden konnte. Vorerst.
Wie sich in den kommenden Jahren herausstellte musste man das teure Mittel des Öfteren mal wieder neu anwenden, so das ich alle 1-2 Jahre dieses Mittel anwenden musste.
Bei den ersten Probefahrten kam noch das ein oder andere vor, zum Beispiel haben alle Instrumente gesponnen und die Batterie hat gekocht (natürlich defekt, nicht sehr lange gehalten ) Grund hierfür war ein durchgescheuertes Kabel zur Batterie (Pluspol).
Langsam aber sicher wurde der UNIMOG aber immer einsatzbereiter und machte mir die nächsten Jahre immer sehr viel Freude.

Ich habe den UNIMOG sogar bei meiner Hochzeit im Einsatz gehabt was mir viele schönen Erinnerungsfotos geliefert hat. Der Kontrast zwischen teuren Hochzeitsklamotten zum technisch anmutenden UNIMOG mach für mich diese Bilder immer wieder spannend zu betrachten und ruft lebhafte Erinnerungen in mir vor.

 

Hier eine kleine Historie der Reparaturen bis dato, soweit diese dokumentiert wurden:

1993

  • 2 Batterien
  • 1 Satz neue Scheibenwischer
  • Lenkstange
  • 4 Reifen – allerdings schon von Opa mitgeliefert
  • Div. Kleinzeug

1996

  • Neue Mittelkonsole – Gummi

1997

  • 4 neue Reifen (alte Reifen zu hart und Alterungsrisse)
  • Hubzylinder für die Ladefläche (keiner ab Werk verbaut gewesen)
  • Handbremsseile
  • Bosch Lichtmaschinenregler
  • Div. Kleinzeug

1998

  • 
Neue Zylinderkopfdichtung
  • Neue Wasserpumpe
  • Div. Kleinzeug

1999

  • Auspuff ab Krümmer
  • Div. Kleinzeug

2001

  • Neues Verdeck

2003

  • Neuer Motor da alter immer öfter undicht wurde an Frostriss
  • OM 616 mit 60 PS bei 3000 U/Min
  • Sämtliches Kleinzeug welches beim Motortausch nötig ist
  • Neue Kupplung (logisch wenn man Motor tauscht)

Der UNIMOG hat nach der Einfahrphase (ca. 3000km) eine Leistung von 69 PS (Prüfstand BAYWA)
An dieser Stelle muss ich noch mal meine Dankbarkeit aussprechen an alle die mir bei der Motoraktion geholfen haben.

  1.  Papa – Danke für die finanzielle Unterstützung
  2.  Ulrich Rascher – Danke für deine ganze Hilfe (Organisation, Aus- und Einbau und vieles mehr)
  3.  Gerhard Kilian – Danke für die Bereitstellung der Landmaschinen Werkstatt übers Wochenende und die Benutzung sämtlichen Werkzeugs
  4.  Richard Schmidt (Bürgermeister) – Danke für das Abschleppen des UNIMOG in die Werkstatthalle mit dem Traktor
  5.  Der Lagerist der Firma Mercedes Nutzfahrzeuge von Bassewitz (Regensburg) – Danke für das unglaubliche Wissen über Unimogs (Passt der neuen Motor ja/nein) und die extrem freundliche Unterstützung
  6.  Meine damalige Freundin – Danke für die Geduld und das Verständnis.
  7.  Mama – Danke für die Brotzeit
  8.  Diejenigen die sich hier nicht finden aber meinen sie müssten hier stehen – Danke für was auch immer. 🙂

2007

  • Vier neue Reifen von Mitas in 10.5×18 10PR
  • Neuer Druckluftkessel (der Alte war leider durchgerostet)

2008

  • Ablastung des zulässigen Gesamtgewichtes -> Jetzt TÜV alle 2 Jahre

2010

  • Getriebe, Achsen, und Vorgelege neu mit Öl befüllt.
  • Leider scheint der Simmerring zur Hinterachse undicht zu sein, da in der Hinterachse viel zu viel Öl war.
  • Ich werde dies nun beobachten.
  • 1 Satz neue Scheibenwischer waren auch noch drin ! 🙂
  • Neue Simmerringe zu den Schubrohren der Vorder- und Hinterachse
  • Neues Getriebe-Öl
  • Zapfwellen-Getriebe abgedichtet

2014

  •  Anhängerbremsventil undicht –> Überarbeitet durch Firma “Meindl’s Garage”.

2015

  • Halter für den Druckluft Kompressor gebrochen (durch vibriert) –>Ersetzt durch einen gelaserten passgenauen Halter der Firma Kilian Metall

2017

  • Einspritzpumpe undicht und drückt Öl über Entlüftung. –> Reparatur durch BAYWA Forchheim

 

Bis heute keine weiteren nennenswerten Reparaturen oder Anschaffungen zum UNIMOG.

…bald geht es hier weiter !